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DAT
SCHALL GLÜCKEN
Erika Bialowons, Oliver Godow, Caroline von Grone,
Anke Haarmann [AHA], Henrik Hold
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Eröffnung am Sonntag,
14. November 2004, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer bis 19. Dezember 2004
Mi–So 13-17 Uhr |
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Der Titel der Ausstellung „Dat schall glücken“
verweist auf ein Zitat des dänischen Königs
Christian IV. als er Glückstadt Anfang des 17. Jahrhunderts
gründete. Heute, fast 400 Jahre später, gehört
Glückstadt mit 12000 Einwohnern zu den Kleinstädten
in Schleswig-Holstein. Den Focus auf diesen Mikrokosmos
zu richten, bedeutet, sich in einem relativ überschaubaren
Rahmen der Wirklichkeit zu nähern und sich mit heutigen
Strukturen konkret auseinanderzusetzen.
Dafür lud das Palais für aktuelle Kunst im vergangenen
Sommer fünf fremde Künstler nach Glückstadt
ein. Die Auswahl der Teilnehmer war davon bestimmt, ein
breites Spektrum an städtischen Themen anzusprechen,
sowie unterschiedliche aktuelle Kunstauffassungen zu repräsentieren.
Die Schau markiert auch das künftige Ausstellungsprogramm
unter neuer Leitung im PAK, wo in Zukunft Künstler
mit den Räumlichkeiten des ehemaligen, denkmalgeschützten
Adelspalais arbeiten und auf aktuelle Themenstellungen
reagieren sollen.
So hat Anke Haarmann (Jahrgang 1968,
lebt in Hamburg) die geplante Bebauung des historischen
Hafens - die in der Stadt und den Medien für heftige
Diskussionen sorgt - in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt.
Die Künstlerin sprach mit Politikern, Vertretern
von Bürgerinitiativen, Denkmalschützern und
Anwohnern über deren Vorstellung eines Hafens. Nach
diesen konträren Wünschen hat Haarmann am Computer
eine großformatige fotografische Ansicht des Glückstädter
Hafens erstellt. Sie wird als zwölf Meter langes
Plakat im PAK präsentiert. Die Künstlerin hat
auf demokratische Weise eine aktuelle Problematik aufgegriffen,
und einen Prozess in Gang gesetzt, der in Glückstadt
zu neuen Lösungsvorschlägen führte. Haarmann
hält sich dabei mit eigenen Wertungen zurück-
nur das Resultat ihrer Arbeit, d.h. das Plakat, kommentiert
sie mit einem Augenzwinkern und verstärkt einzelne
Elemente ironisch.
Henrik Hold (Jahrgang 1971, lebt in München)
dokumentiert auf subjektive Weise die Stadtlandschaft.
Während er im vergangenen Sommer mehrere Monate in
Glückstadt verbracht hat, zeichnete er mit Tusche
auf Papier fast täglich vor Ort. Trotz der Wiedergabe
realer Räumlichkeiten ist seine Vorgehensweise nicht
naturalistisch. Autos und Menschen etwa fehlen auf seinen
Bildern in der Regel. Hold reduziert seine visuellen Erfahrungen
auf für ihn Wesentliches und arbeitet mit einem starken
Gespür für Atmosphären. Wo historische
Bausubstanz auf Bausünden seit den fünfziger
Jahren trifft, hat er sich der Stimmung der Orte körperlich
ausgesetzt. Manche dieser Räume wirken in ihrer Glätte
bedrohlich, andere repräsentieren eine fast liebliche
Kleinteiligkeit.
Caroline von Grone (Jahrgang 1964, lebt
in Kiel) assoziierte mit der Stadt den Begriff „Glückskinder“.
In mehreren öffentlichen Aktionen im PAK standen
ihr zufällig ausgewählte Kinder Modell. Ihre
Malerei spiegelt diese Kinder, die während vieler
Stunden zeichnen und in diese Beschäftigung fast
meditativ versenkt sind. Parallel dazu vertieft sich auch
die Künstlerin in ihre malerische Tätigkeit.
Es entstehen Bilder von ruhiger Schönheit und Achtsamkeit,
die Momente von Flüchtigkeit fixieren. Im PAK zeigt
von Grone sowohl ihre eigenen Bilder, als auch die entstandenen
Kinderzeichnungen. Sie wird während der Schau eine
weitere Arbeit vor Ort fertigen, weshalb die Ateliersituation
in einem Raum bestehen bleibt.
Oliver Godow (Jahrgang 1968, lebt in
Hamburg) fotografierte im Industriegebiet am Hafen, das
sich vor allem zu Beginn 20. Jahrhunderts entwickelt hat.
Obwohl dort oft rund um die Uhr gearbeitet wird, wirken
die Orte erstaunlich still. Diese Ruhe trügt. Die
Motive sind in eine große Geschäftigkeit eingebettet.
Godow zeigt jenen Augenblick, bevor etwa ein Gabelstapler
Berge von Papierrollen abräumt. Auch interessieren
ihn Räume des Übergangs, die umgebaut werden
oder vor dem Abbruch stehen. Die bei Tageslicht und mit
einer Mittelformatkamera entstandenen Bilder sind ausschnitthaft
und verweigern den großen Überblick. Es ist
immer nur ein Teil der Welt zu sehen, dessen Gegenwart
zeitlich begrenzt ist.
Erika Bialowons (Jahrgang 1953, lebt
in Hamburg) hat mit ehemaligen Flüchtlingen aus dem
heutigen Osteuropa und deren Nachkommen die Geschichte
einer Kindheit in den fünfziger Jahren in Szene gesetzt.
Glückstadt hat nach dem zweiten Weltkrieg etwa 6000
Menschen hauptsächlich aus Ostpreußen und Danzig
aufgenommen – und damit seine Bevölkerungszahl
verdoppelt. Bialowons Fotografien verknüpfen Beschreibungen
von Glückstädtern mit ihren eigenen Erlebnissen.
Erika Bialowons Mutter war 1945 aus Litauen nach Deutschland
geflüchtet. Entstanden ist eine fiktive Geschichte
mit Spots auf ein Mädchen und ihre Umgebung, das
sich zwischen Erinnerungen und der Gegenwart bewegt. Die
Bilder erzählen von Fremdheit und Nähe, von
Schutz und Enge gleichermaßen. Dabei überschneiden
sich inhaltliche und zeitliche Ebenen, die teilweise abgeschlossen
sind, teilweise bis ins heute fortwirken. Schauplätze
sind sowohl Wohnungen ehemaliger Flüchtlinge als
auch öffentliche Räume in Glückstadt.
Das PAK dankt für die freundliche Unterstützung:
der Volksbank Elmshorn, der Provinzial und dem Ministerium
für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des
Landes Schleswig-Holstein.
Exklusiv erscheinen Editionen von Erika
Bialowons, Anke Haarmann, Henrik Hold und Oliver Godow.
Sowie ein Katalog mit Henrik Hold und
Oliver Godow von der Sparkassenstiftung. Während
der Ausstellung wird eine Publikation
mit allen Arbeiten veröffentlicht.
Veranstaltungen:
Samstag, 11. Dezember, 13 bis 17 Uhr
Malaktion mit Caroline von Grone.
Sonntag, 12. Dezember, 16 Uhr
öffentliche
Führung |
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