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Uwe Paduck - Neue Bilder |
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Vernissage am Sonntag,
25. April 2004, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer bis 6. Juni 2004
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| Info 3 |
DIE KUNST DER FRÜHEN JAHRE
So viele Zeichnungen und Radierungen aus einer Hand, wie
ich sie in den Jahren von 1962 bis 1969 sah, habe ich
in meinem Leben nie wieder gesehen. Es war die Zeit, in
der Uwe Paduck und ich oft zusammen saßen, Musik
hörten und uns das Rauchen und Trinken angewöhnten.
Wir kannten uns aus der Mittelschule in Hamburg-Schnelsen,
kamen aber beide aus Niendorf, wohnten beide am Garstedter
Weg, sieben Fahrradminuten voneinander entfernt. Und wir
fielen beide aus dem Rahmen des engen kleinbürgerlichen
Milieus, denn Uwe Paduck wollte ein Künstler werden
und ich ein Dichter.
Wir waren begeistert von Kunst und Literatur. Die Welt
war offen. Die Geheimnisse des Lebens schienen auf vertrackte
Weise mit den Geheimnissen der Kunst verbunden zu sein.
Die Musik sagte uns deutlich: lebe so intensiv du kannst
!
Uwe zeichnete und radierte in jenen Jahren oft zu Musik.
Die treibende Bewegung des Jazz, der drive löste
sein Handgelenk, ließen die Feder, den Stift in
Fluß kommen. Auf dem Plattenteller lagen Ornette
Coleman, Charlie Christian oder John Lee Hooker. Eine
von Uwe Paducks frühesten Radierungen, ein großes
Format, ist dem von uns damals sehr geschätzten Sänger
Leadbally gewidmet.
Wir sprachen über das Nordische in der Kunst, das
nordische Licht, die nordische Landschaft - eine Topografie,
die sich zunächst auf Norddeutschland bezog, sich
dann aber später von Skandinavien bis Flandern erstreckte.
Unsere Naivität war genauso groß, wie unsere
Begeisterung. Auf einer eher ungeplanten Weltreise strandeten
wir in der "Muse" in Antwerpen, einer Kneipe,
in der es Blues und französische Chansons in der
Musikbox gab. Wir hatten eine gemeubeleerde Kamer in der
Pacificatiestraat gehuurt. Bald war das Geld in der Muse
vertrunken. Arbeit gab es nicht.
Wir mußten zurück auf Anfang. Während
all dieser bewegten ersten Jahre zeichnete Uwe Paduck
ohne Unterlass auf allem, was ihm unter den Stift kam.
Er fühlte sich dem Schwarz-Weiß der Griffelkunst,
der Intimität der Graphik verbunden, lernte - noch
in seiner Schriftsetzerlehre- nach Feierabend bei einem
Meister das Handwerk des Radierens und Strichätzens
und begann auf Zinkplatten zu arbeiten.
Von der Frabe hielt er sich fern. Farbe war nicht seine
Sache. Er begründete seine Vorbehalte gegen die Farbe
- es war, wenn ich mich richtig erinnere, eine Art Mißtrauen
gegenüber der Suggestivität, der Emotionalität
der Farbe, vielleicht auch einer damit verbundenen
Persuasivität, die Uwe fern lag.
In den Grautönen hingegen brachte er es zu einer
frühen Meisterschaft. Ich kann nicht schätzen,
wieviele Einzelblätter Uwe Paduck in diesen Jahren
gezeichnet und gedruckt hat, bin aber sicher, daß
in seinen Schränken ein reichhaltiger Schatz seines
zeicnerischen und graphischen Frühwerks darauf wartet,
gehoben zu werden. - Es gab, so erscheint es mir in der
Erinnerung, drei Hauptmotivgruppen: luftige, weite Landschaften,
dramatisch beleuchtete Seestücke und menschen- und
tierähnliche Figuren, die immer wieder sich in amorphe
Lebensformen auflösen oder sich aus solchen zu bilden
schienen. Viele dieser schnell hingeworfenen Zeichnungen
ließen sich im Rückblick der Familie der Zeichnungen
von Paul Klee , Jackson Pollock oder Wols zuordnen.
Einer der Maler, die in Uwes Diskurs jener Tage öfter
Erwähnung fand, war Yves Tanguy, der bretonische
Surrealist, den Uwe für seine melancholischen Landschaften
in Grautönen schätzte. Und damit nähern
wir uns der Farbe. Die Farbe kam als Wasserfarbe in Uwe
Paducks Werk; die konzentrierte Schnelligkeit des Farbauftrags,
der rasche Pinselschlag traten mit dem ausgeprägten
zeichnerischem Gestus in eine dynamische Beziehung.
Doch da lagen die Jahre des Aufbruchs schon hinter uns.
Unsere Wege trennten sich. Jeder begann sein eigenes Künstlerleben
zu leben.
Ralf Thenior
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