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raum_bild / David Adam, Lens Liebchen, Adrian Sauer
INNENRÄUME /
Marcus Höhn, Thorsten
Schimmel
INNERE ANGELEGENHEITEN / Dirk Reinartz
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| Fotografie |
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Vernissage am Sonntag,
18. Januar 2004, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer bis 29.Februar 2004
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| Info |
PRESSEANKÜNDIGUNG
Mit der Gruppenausstellung "raum_bild" / "Architektur"
/ "Innere Angelegenheiten" legt das Palais für
aktuelle Kunst den Fokus zum wiederholten Mal auf das
Medium Photographie. Raumbilder sind in der freien Photographie
seit den achtziger Jahren so aktuell wie kaum zuvor. Die
Ausstellung setzt sich aus mehreren Einzelpositionen zusammen,
die das Innen und Außen unserer Kulturräume
charakterisieren. Was die unterschiedlichen Positionen
dieser Auswahl eint, ist die Stille im Bild.
In "raum_bild" visualisieren die drei jungen
Berliner Photographen David Adam, Jens Liebchen und Adrian
Sauer subjektive Außen- und Innenwelten. Aus konkreten
Orten werden Neukonstruktionen und Neudefinitionen des
Räumlichen jenseits traditioneller Dokumentation.
Adam ist mit zwei Bildserien vertreten, einer kleinformatigen
Sequenz aus der ehemaligen Haftanstalt Bautzen, die heute
als Gedenkstätte mahnt und mit einer installativen
Arbeit, dem sogenannten "Belohnungsraum". Liebchen
zeigt neben einem Videofilm, der die Fahrt vom Moskauer
Flughafen Sheremetyevo zum Kreml zeigt, eine klassisch
anmutende, metaphorische Reportage über das am Kreml
gelegene Hotel Rossija. Sauer schließlich generiert,
ausgehend von eigenen analogen Aufnahmen, digitale Bildmuster,
die auf die dargestellten, entkontextualisierten Fenster,
Regale oder Heizkörper in seinen bühnenbildartigen
Szenerien nur verweisen. "raum_bild" ist eine
Übernahme vom Neuen Berliner Kunstverein, wo die
Ausstellung im Sommer 2003 gezeigt wurde.
Der Schleswiger Photograph Thorsten Schimmel zeigt mit
seiner Werkgruppe "Silentium" in stets axialer
Symmetrie öffentliche wie offizielle Innenräume,
sei es ein Jagdsaal eines ostdeutschen Schlosses, ein
Schwimmbad in Kiel oder ein Gefängnis in Irland.
Für seine schwarz-weißen, unbelebten Interieurs
verwendet er eine Großbildkamera. Der Berliner Photograph
Marcus Höhn zeigt die farbigen Muster und Oberflächen
der Siebziger-Jahre-Architektur, mal streng symmetrisch,
meist leicht schräg. So übersetzt er Jahrzehnte
alte visuelle Phänomene in heutige Bilder, in stille
Bilder verlassener Orte. In seiner Werkgruppe "normannenstraße"
zeigt Höhn beispielsweise den trotzlosen Mief der
ehemaligen Stasi-Schaltzentrale in Berlin-Lichtenberg.
Dirk Reinartz, der als Professor an der Kieler Muthesius-Kunsthochschule
lehrt, zeigt schließlich in seinem groß angelegten
Deutschlandprojekt ebenfalls das Außen architektonischer
Formen: nach "Kein schöner Land", "Totenstill"
oder "Deutschland durch die Bank" präsentieren
wir nun als Übernahme vom Martin-Gropius-Bau
- seine (erstmals) farbigen "Inneren Angelegenheiten".
Der Betrachter wird konfrontiert mit wohlkalkulierten
Schnappschüssen eines ständig Umherreisenden:
es sind die trostlosen Ecken in der Nähe von Neubausiedlungen
in Totale oder Nahansicht, die wir als Passanten gerne
und geflissentlich übersehen. Reinartz distanzierter
und schonungsloser Blick in das Hinterzimmer unserer heutigen
Wohnwelten wird zu einem bildhaften Kommentar zur Lage
der Nation, nüchtern gesellschaftskritisch.
Die Ausstellung wird unterstützt durch die Sparkasse
Westholstein. Begleitend sind folgende Publikationen erschienen
bzw. liegen vor: "raum_bild" (hrsg. v. Neuer
Berliner Kunstverein, Preis 10 EUR), Thorsten Schimmel
(Katalogheft in der Reihe Ars Borealis, Schutzgebühr
6 EUR), Marcus Höhn, "photographie" (10
EUR) sowie Dirk Reinartz, "Innere Angelegenheiten"
(Hatje/Cantz, 39,80 EUR). Bildmaterial und weitere Informationen
zur Ausstellung erhalten Sie auf Anfrage vom Leiter des
Palais für aktuelle Kunst in Glückstadt, Dr.
Matthias Harder. |
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