Cristina Garcia Rodero
Madrid
 
Info 2
Ihre sehr eigenständige Bildsprache und die Systematik im Erfassen menschlicher Befindlichkeiten und Typen, von Brauchtum und Traditionen bleiben in der heutigen Photographie ohne Vergleich. Sie reagiert spontan auf die Situationen, die sie vorfindet, und doch vermag die Photographin ihre Bilder auch bewußt zu komponieren. Die Bildgestaltung verweist auf Henri Cartier-Bressons Idee des „entscheidenden Augenblicks“, die sie durch symbolhafte Interpretationen allerdings erweitert. Die Landschaften reduziert sie zur Hintergrundfolie, zum Bühnenbild für die vielfältigen Erscheinungsweisen und Inszenierungen spanischer Folklore.

Für manche Spanier, so Julio Caro Baroja im Vorwort ihres Bildbandes „España Occulta“, werden „hier Lebenswelten und Gesellschaftsschichten, die ihnen absolut unbekannt sind“, vorgeführt. Cristina Garcia Rodero romantisiert das Landleben keineswegs, sie schildert es schlichtweg in eindringlichen Bildern. Daß die religiösen Rituale bis heute voller Überzeugung und Emphase zumindest in den ländlichen Gegenden durchgeführt werden, beweisen ihre Aufnahmen von Selbstgeißelungen der Büßenden mit einem Flachsstrang – binnen kurzer Zeit sind deren Rücken blutunterlaufen.

Das „moderne“ Leben in den Großstädten wie Madrid, Barcelona oder Valencia, das sich vom Leben in den kleinen Dorfstrukturen sehr unterscheidet, bleibt überwiegend ausgeblendet.
Cristina Garcia Rodero ist seit 1989 Mitglied der französischen Photoagentur VU, sie lebt in Madrid. Von dort aus startet sie regelmäßig ihre Photoreisen in die entlegendsten Regionen Spaniens - oder auch in die Karibik. Im vergangenen Jahr wurden ihre jüngsten Photographien rituellen Brauchtums aus Haiti auch auf der Biennale von Venedig gezeigt.

Ihre Werke befinden sich international in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, u.a. im Getty Museum, Santa Monica; George Eastman House, Rochester; Center of Creative Photography, Rochester; Reina Sofia, Madrid; Museum of Fine Arts, Houston oder im IVAM, Valencia.

 
Info 1
Info 2
Exponate
Austellung im PAK