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Jindrich Streit, Martin Kollar
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| FOTOGRAFIE
aus Tschechien und Osteuropa |
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Vernissage und Konzert
mit anschließendem Sommerfest am Sonntag, 1.August
2004, 11.30 Uhr
Ausstellungsdauer bis 19. September 2004
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Anläßlich des schleswig-holsteinischen Kulturfestivals
mit dem Schwerpunkt Tschechien präsentieren wir zwei
Fotografen aus Tschechien und der Slowakei. 50 schwarzweiße
Arbeiten von Jindrich Streit (Jahrgang 1946), die in seinem
Heimatdorf seit den siebziger Jahren entstanden sind,
sowie 30 Farbfotografien von Martin Kollar (Jahrgang 1971)
von Reisen und Begegnungen in Osteuropa.
Längst ein Klassiker der tschechischen Fotoszene
ist der 1946 geborene JINDRICH STREIT. Nachdem er in den
achtziger Jahren wegen seines fotografischen Werks für
10 Monate verhaftet wurde, arbeitet er heute u.a.als Lehrbeauftrager
an verschiedenen Hoch-schulen in Tschechien und Polen.
Sein bedeutendster Werkkomplex ist die umfangreiche Dokument-ation
seines Dorfes Sovinec, etwa 400 Kilometer von Prag, wo
der Künstler bis heute lebt. Seit 1972 widmet er
sich mit großer Konz-entration und Hingabe der Darstellung
des Lebens in dieser dörflichen Gemeinschaft - auf
subtilen schwarzweißen Fotografien. Aus diesem Lebenswerk
zeigt das Palais für aktuelle Kunst knapp 60 Arbeiten.
Streits Bilder sind mit großem Feingefühl und
Hingabe zu den Bewohnern entstanden. Sie zeigen die Menschen
eingebunden in ihr alltägliches Leben: wie sie am
Tisch essen, auf einer Hochzeit tanzen, auf dem Bett vor
laufendem Fernseher ausruhen. Seine Bilder erzählen
von zwischenmenschlichen Beziehungen: Sie offenbaren Frauen
und Männer glücklich und verwirrt, einsam oder
nur müde. Stets lässt der Fotograf ihnen ihre
Würde und überschreitet trotz großer Nähe
niemals die persönlichen Grenzen. Streit selber drückt
es so aus: Da ich die Leute hier sehr gut kenne,
weiß ich, wann welcher Moment kommen wird und warte
ihn ab. Ich warte zum Teil Jahre auf eine bestimmteSituation,
von der ich weiß, das sie kommen wird."
Der 1972 geborene MARTIN KOLLLAR zählt zu den wichtigsten
Repräsentanten der jungen slovakischen Dokumentarfotografie.
Mit seiner Kamera bereist er seit Ende der neunziger Jahre
die Länder Osteuropas und trifft auf eine Gesellschaft,
die sich im Umbruch befindet. Traditionelle Werte und
Überlebensstrategien taugen nicht mehr die
neuen westlichen Symbole wirken aufgesetzt und hohl. Die
Menschen taumeln wie Fremde durch ihr eigenes Leben
immer auf der Suche nach einem nicht greifbaren Glück:
Auf dem Asphalt vor einem Supermarkt sitzt eine Familie
um ein Lagerfeuer und auf einer mageren Wiese übt
ein Ehepaar das Golfspielen neben ihrem Auto. Der ausgebildete
Kameramann Kollar scheint immer zur rechten Zeit am richtigen
Ort. Mit hintergründig-ironischem Blick fängt
er das alltägliche und oft triste Leben in Osteuropa
ein, dem die Protagon-isten ein bisschen Glanz abzugewinnen
versuchen. Kollars Bilder mögen wie zufällig
wirken, doch folgen sie genauen Regeln der Komp-osition
und Farbgestaltung. Sie offenbaren den offenen wie geschulten
Blick eines Fotokünstlers, dem es gelungen ist, in
wenigen Jahren einen eigenständigen Werkkomplex zu
schaffen. Das Palais für aktuelle Kunst präsentiert
35 Arbeiten Kollars, die von 2000 bis heute entstanden
sind. Es ist seine erste Schau in einem öffentlichen
Ausstellungshaus in Deutschland.
Mit Unterstützung des Ministeriums für Bildung,
Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein,
der Marion Dönhoff Stiftung und des Honorarkonsulats
der Tschechischen Republik in Hamburg
ERÖFFNUNG MIT KONZERT UND SOMMERFEST AM 1. AUGUST
2004
Konzert: 11.30 Uhr. Die tschechische Flötistin Monika
Streitova spielt Kompositionen nach Bovey, Jolivet, Bodorova,
Fukushima, Bachrata und Bokes.
Vernissage um 12.30 Uhr. Anschließend Sommerfest
im Garten mit tschechischen und böhmischen Spezialitäten
BEIDE KÜNSTLER SIND ANWESEEND
Sabine Kunz |
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